Energetische Inspektion von Klimaanlagen

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Die Energetische Inspektion von Klimaanlagen ≥12 kW Kälteleistung ist Betreibern per Ordnungsrecht verpflichtend vorgegeben. Wo steht das? Was sind die Schwerpunkte und was ist gefordert? Hier finden Sie Antworten.

Gemäß § 12 EnEV (Energieeinsparverordnung) sind Betreiber von stationären Klimaanlagen in Gebäuden mit mehr als 12 KW Kältenennleistung verpflichtet, innerhalb einer vorgegebenen Frist energetische Inspektionen an diesen Klimaanlagen durch berechtigte und qualifizierte Personen durchführen zu lassen. Inspektionszeiträume, einschließlich der Wiederholungen sowie Qualifizierungsanforderungen von Inspektionsberechtigten sind beschrieben.

§ 12, Abs. 2 EnEV zufolge umfasst die Inspektion Maßnahmen zur Prüfung der Komponenten, die den Wirkungsgrad der Anlage beeinflussen und zur Kontrolle der Anlagendimensionierung im Vergleich zum Kühlbedarf.

Daraus herleitend werden folgende Untersuchungsschwerpunkte gesehen:

1. Zustand (z. B. Wirkungsgrad) und Auslegung energetisch relevanter Anlagenkomponenten (z. B. Ventilatoren, Heiz-, Kühl- und Befeuchtungseinrichtungen, Filtersysteme, Pumpen, elektrische Antriebe, Luftführungssysteme, MSR-Anlagen)

2. Betrieb der Gesamtanlage (z. B. Luftvolumenströme, Temperaturen, Luftverteilung, Hydraulik, Regelstrategie, Betriebsführung)

3. Bauphysikalische Eigenschaften des Gebäudes (z. B. Heiz- und Kühlbedarf, Möglichkeit freier Lüftung und Kühlung)

4. Nutzungsanforderungen (z. B. thermisch, lufthygienisch, feuchte-, lichttechnisch, Betriebszeiten, innere Kühllasten, zulässige Abweichungen)

Als Inspektionsergebnis sind dem Betreiber abschließend Ratschläge in Form von kurz gefassten fachlichen Hinweisen für Maßnahmen zur kostengünstigen Verbesserung der energetischen Eigenschaften der Anlage, für deren Austausch oder für Alternativlösungen in Berichtsform zu geben. Der Inspektionsbericht muss vom Inspekteur unterschrieben und mit einer Registriernummer versehen werden, die der Inspekteur zuvor beim Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) beantragen muss. Weiterhin ist geregelt, dass der Betreiber die Bescheinigung über die Durchführung der Inspektion der zuständigen Behörde auf Verlangen vorlegen muss.

Im Sinne eines wirtschaftlichen Handelns ist der Rückgriff auf vorhandene Anlagen- und Betriebsdaten sowie Wartungs- und Prüfergebnissen (z. B. Wartung auf Basis von VDMA 24186 und Hygieneinspektion gemäß VDI 6022) vorteilhaft.

Hilfestellung für die Vorbereitung und Durchführung der energetischen Inspektion bietet die DIN EN 16798-17 einschließlich nationalem Anhang, in dem auf die Hinweise gemäß DIN SPEC 15240 aufmerksam gemacht wird.

DIN SPEC 15240 beschreibt eine Verfahrensweise, die zur energetischen Inspektion von Klimaanlagen und Lüftungsanlagen in Nichtwohngebäuden geeignet ist.

Die Reihe VDMA 24197 beinhaltet Leistungskataloge von Tätigkeiten, die im Rahmen der Energetischen Inspektion an den Komponenten und Anlagenteilen durchzuführen sind. In diesem Zuge werden die wesentlichen und für die Systembetrachtung, Bewertung und Ableitung von Maßnahmen erforderlichen Anlagendaten ermittelt.