VDMA 24197 Teile 1-3 - Energetische Inspektion

GE

Die Energetische Inspektion gebäudetechnischer Anlagen ermöglicht qualifizierte Aussagen über Ist- und Sollzustand, bildet die Basis für Optimierungsvorschläge und weitgehende unternehmerische Entscheidungen.

Die bei der Energetischen Inspektion durchzuführenden Tätigkeiten bzw. Leistungen definiert das im Juli 2012 erschienene Einheitsblatt VDMA 24197-1 bis -3 "Energetische Inspektion von Komponenten gebäudetechnischer Anlagen".

Etwa ein Drittel des Primärenergieverbrauchs in Deutschland entfällt auf den Gebäudesektor, der damit zu den größten Verursachern von CO2-Emmissionen zählt. Die politischen Kernziele lauten Reduzierung des Energieverbrauchs, Senkung des CO2-Ausstoßes, Effizienzsteigerung und Erhöhung des Anteils regenerativer Energien.
Es ist ein offenes Geheimnis, dass der Gebäude- und Anlagenbestand ein beachtliches und bisher größtenteils unerschlossenes Potential in sich birgt. Hier setzt die Energetische Inspektion an, liefert sie doch qualifizierte Aussagen über Ist- und Sollzustand gebäudetechnischer Anlagen. Auf dieser Basis können Empfehlungen zur Mängelbeseitigung, Bedarfsanpassung und Optimierung, Verbesserung der Energieeffizienz und damit auch der Betriebskostensenkung gegeben und Entscheidungen getroffen werden.
Das in der Arbeitsgemeinschaft Instandhaltung Gebäudetechnik (AIG) im VDMA erarbeitete und im Juli 2012 erschienene Einheitsblatt VDMA 24197 "Energetische Inspektion von Komponenten gebäudetechnischer Anlagen" ist das erste Technische Regelwerk seiner Art.
In den insgesamt drei Teilen:
Teil 1: Klima- und lüftungstechnische Geräte und Anlagen
Teil 2: Heiztechnische Geräte und Anlagen
Teil 3: Kältetechnische Geräte und Anlagen zu Kühl- und Heizzwecken, werden die Tätigkeiten bzw. Leistungen definiert, die im Zuge einer Energetischen Inspektion von Komponenten gebäudetechnischer Geräte und Anlagen auszuführen sind.
Das Tätigkeits- und Leistungsprogramm lässt sich sinngemäß auch auf prozesstechnische Anlagen transferieren und anwenden. Dass die Durchführung der Energetischen Inspektion für verschiedene gebäudetechnische Anlagen nicht mehr auf Freiwilligkeit beruht, sondern Betreibern vom Gesetzgeber zunehmend verbindlich zur Durchführung vorgeben ist, zeigt ein Blick in die Energieeinsparverordnung (EnEV) aus dem Jahr 2009. § 11 fordert vom Betreiber grundsätzlich die sachgerechte Bedienung, d.h. den Betrieb von Anlagen und Einrichtungen der Heizungs-, Kühl- und Raumlufttechnik sowie der Warmwasserversorgung. Komponenten mit wesentlichem Einfluss auf den Wirkungsgrad solcher Anlagen sind vom Betreiber regelmäßig zu warten und instand zu halten.

Nach DIN 31051 umfasst die Instandhaltung die Wartung, Inspektion, Instandsetzung und Verbesserung. § 12 der EnEV fordert darüber hinaus explizit die energetische Inspektion von Klimaanlagen mit einer Nennleistung für den Kältebedarf von mehr als zwölf Kilowatt. Betreiber relevanter Anlage sowie ausführende Fachunternehmen der Instandhaltung in der Gebäudetechnik erhalten mit VDMA 24197-1 bis -3 ein für den Praxiseinsatz konzipiertes Hilfsmittel und Werkzeug, welches ihnen hilft, nicht zuletzt den gesetzlichen Vorgaben nachzukommen.
An dieser Stelle sei der ausdrückliche Hinweis gestattet, dass das Einheitsblatt VDMA 24197 nicht auf den Geltungsbereich der EnEV begrenzt ist, sondern darüberhinausgehend Anwendung finden kann und soll.

Alle drei Teile der VDMA 24197 können über den Beuth-Verlag in Berlin (www.beuth.de) bezogen werden. Die Geschäftsstelle der AIG plant, VDMA 24197 ab Herbst 2012 zu günstigen Konditionen auch im Dateiformat anzubieten.
Ziel ist es, allen Interessierten eine effiziente, EDV-technische Verwendung der zumeist tabellarischen Inhalte zu ermöglichen.

Ergänzender Hinweis: Mit VDMA 24176 existiert ein weiteres VDMA-Einheitsblatt welches den qualitativen Leistungscharakter der Inspektion definiert und die wesentlichen Merkmale der Inspektion als eine überwiegend ingenieurmäßige Leistung beschreibt.